50 LandFrauen aus Ehren- und Hauptamt sowie einige Gäste folgten der Einladung zur diesjährigen Mitgliederversammlung des Rheinischen LandFrauenverbandes (RhLV) und kamen am 9.Juli in Köln-Auweiler zusammen. Jutta Kuhles begrüßte die Anwesenden und dankte ihrem Präsidium, sowie dem Hauptamt für die unterstützende und wertschätzende Zusammenarbeit auch in schwierigen Zeiten. Nach zwei Jahren, die geprägt durch Wechsel in der Geschäftsführung und Interimsleitung waren, ist nun Anja Hilke als neue Geschäftsführerin seit November 2024 im Amt angekommen und damit wertvolle Kontinuität eingekehrt.
Ein- und Ausblicke aus Berlin
Daniela Ruhe, Hauptgeschäftsführerin des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv), konnte per Videoschaltung einen tieferen Einblick in die Arbeit auf Bundesebene geben.
Sie betonte, dass die Stimme und der Blick von LandFrauen an der Basis auf Bundesebene und im politischen Netzwerk Gehör finden und im Rahmen der Interessensvertretung bis in die Koalitionsverträge eingebracht werden. Jede einzelne LandFrau trägt zur positiven Wahrnehmung des LandFrauenverband durch persönliches Engagement oder die Teilhabe und Vernetzung vor Ort bei. „LandFrauen können stolz auf ihre Marke sein!“ Gleichzeitig appellierte sie an die anwesenden Delegierten die ehrenamtliche Arbeit auf Kreis- und Ortsebene angemessen zu gestalten und finanzielle Entwicklungen im Blick zu halten. „Der Kuchenverkauf sollte nicht das Ehrenamt ermöglichen.“ Daniela Ruhe verkündete, dass gemäß dem Beschluss durch die Mitglieder des dlv der Beitrag auf Bundesebene aufgrund demografischer Entwicklungen und insgesamt gestiegener Kosten um 1 Euro pro Mitglied angehoben wird.
Regularien
Bei der Vorstellung des Geschäfts- und Kassenberichtes 2024 wurde eindrücklich dargestellt, welche vielfältigen Aufgaben und Themen im Ehren- und Hauptamt bearbeitet werden. „Im Schnitt werden rheinlandweit 3,5 Veranstaltungen pro Tag von den LandFrauen ausgerichtet! Das ist schon enorm!“, so Anja Hilke. Dabei sind die Themenfelder gewohnt divers und drehen sich um Gesellschaft, Politik, Gesundheit, Kultur und Weiterbildung.
Auch die oben beschriebene Beitragsanpassung des Bundesverbandes, die sich bereits im Frühjahr 2025 abzeichnete und deshalb schon auf dem Hauptausschuss diskutiert wurde, wurde im Rahmen der Finanzen besprochen. Das Präsidium hatte vorausschauend einen Vorschlag zur Finanzierung vorbereitet, welcher von den anwesenden Delegierten so auch beschlossen wurde.
Der Zukunftsfonds, eine Rückstellung des RhLVs zur finanziellen Unterstützung von Kreis- und Ortsverbänden bei der Bearbeitung von Zukunftsthemen, soll zur Deckung des erhöhten Beitragsanteiles genutzt werden. Damit entfallen die sonst nötigen Anpassungen der Mitgliedsbeiträge auf Kreis- und Ortsebene. Der verbleibende Bildungsfonds soll deshalb nun zusätzlich zur Finanzierung von Zukunftsthemen und Verbandsentwicklung genutzt werden können.
Präsidium zum Schnuppern
Ehrenamt auf Landesebene schnuppern, Engagement in AGs oder Ausschüssen zeigen, eigene kleine Aufgaben übernehmen? Die Möglichkeit als Kooptierte im Präsidium mitzuarbeitet wird jedes Jahr aufs Neue einer interessierten LandFrau gegeben und soll eine niederschwellige Möglichkeit sein, sich näher mit den Aufgaben und Möglichkeiten der Mitarbeit im Präsidium auseinanderzusetzen. Sylvia Sommerhäuser, LandFrau und Mitglied im Teamvorstand des Rhein-Sieg Kreises hatte diese Chance genutzt und verabschiedete sich nach besonderer Danksagung durch Präsidentin Jutta Kuhles mit einem wertschätzenden und gefüllten Bericht von ihrer Zeit im Präsidium.
Andrea Bott, LandFrau aus Viersen stellte sich als neue Anwärterin auf diese Position vor und wurde von den Delegierten bestätigt. Durch neue zeitliche Ressourcen freut sich Andrea Bott auf die Möglichkeit sich auf Landesebene zu engagieren und nahm direkt ihren Platz beim Präsidium ein.
Who is who im Rheinland
„Wenn du was ändern willst, musst du dabei sein.“
So erklärte schließlich RLV Präsident Erich Gussen und geladener Gast auf der Mitgliederversammlung die persönliche Triebfeder für sein sehr vielfältiges Engagement. Sympathisch und nahbar stellte er den LandFrauen seine Vita vor. Sein Ziel: Landwirtschaftliche Betriebe sollten wieder so gestaltet sein, dass gut und wirtschaftlich gearbeitet werden kann. Bürokratieabbau sei dafür eine wichtige Voraussetzung.
Im Gespräch mit RhLV Präsidentin Jutta Kuhles freute er sich über die enge Zusammenarbeit mit den LandFrauen. „Was die LandFrauen schon an Themen bearbeiten müssen wir nicht nochmal anpacken.“, so Erich Gussen.
„Kunst trifft LandFrau“ geht in die nächste Phase
Als weitere Gästin konnte sich die Künstlerin Inga Kruse den LandFrauen nun endlich persönlich vorstellen. Inga Kruse führt unterstützt durch den Kreisvorstand Neuss/MG und gemeinsam mit den rheinischen LandFrauen das Projekt „Kunst trifft LandFrau“, durch, welches zur Repräsentation der LandFrauen auf der Landesgartenschau 2026 in Neuss gestartet wurde. Nach erfolgreicher gemeinschaftlicher Finanzierung des Projektes mit einer Spendensumme von rund 16.000 Euro über eine Crowdfunding Plattform wurde sie vom RhLV eingeladen das Projekt und die weiteren Meilensteine vorzustellen. Diese Gelegenheit nutze die Künstlerin für einen ersten Besuch im Rheinland und persönlichen Austausch mit LandFrauen. Ein runder Tisch mit 14 Stühlen, stellvertretend für die 13 Kreisverbände und den Landesverband sollen nach einer intensiven Recherchephase bis Ende September von der Künstlerin und mit Beiträgen der Kreisverbände gestaltet werden. Der Tisch steht dabei unter anderem für gelebte Demokratie, Gemeinschaft und Austausch auf Augenhöhe. In einem „Deep Dive“ arbeitete Inga Kruse auch direkt mit den LandFrauen relevanten Begriffen. „Zukunft“, Bedürfnisse“, „Gedankenaustausch“ und „Miteinander“, Themen mit denen sich LandFrauen laut eines digitalen Beteiligungsformates vorab auseinandersetzen möchten. „Zukunft ist nur möglich auf Grundlage von Vergangenheit und Gegenwart“, ist ein interessantes Beispiel für die wertvollen Ergebnisse in der Auseinandersetzung mit den Begriffen.
LandFrauen Balance
Die große Themen- und Aufgabenvielfalt fordern zunehmend Ehren- und Hauptamt. Erstmalig sollen durch ein neues Projekt „LandFrauen Balance“ Engagierte darin unterstützt werden Strategien und Werkzeuge für ein Ehrenamt im Gleichgewicht mit den weiteren konkurrierenden Bedürfnissen und Anforderungen zu erlernen. Ann-Kathrin Vortmann, ab September 2025 ergänzende Kraft von Geschäftsführerin Anja Hilke, stellte das Projekt vor und machte Mut zur Beteiligung. Anschließend sollen die Ergebnisse des Projektes die Grundlage für ein neues Weiterbildungsseminar zur Stärkung Engagierter genutzt werden.
Orange Day
Regina Schauten gab zuletzt Anregungen zur Beteiligung am Orange Day, der am 25.11 international gefeiert wird. „Gewalt gegen Frauen“ ist ein Thema welches auch auf Bundesebene stark bespielt wird. Der RhLV möchte dieses Thema zusammen mit dem westfälischen Schwesternverband durch Gründung der AG Orange in die Mitte der Gesellschaft rücken. Auch die Kreis- und Ortverbände sind eingeladen diesen Tag aktiv zu gestalten und können hierfür auch Umsetzungsideen der AG Orange nutzen, welche über eine Druckvorlage an die Anwesenden ausgeteilt wurden.
Ausblicke
2026 wird ein ganz besonderes Jahr für die Rheinischen LandFrauen.
So starten die LandFrauen zunächst mit ihrem neuen Leitthema FrauenParität. „Unser Ziel ist noch nicht erreicht, es gilt weiterhin vulnerable Gruppen mitzunehmen und Parität vielschichtig zu denken.“, so Jutta Kuhles.
Zudem findet die Landesgartenschau im Rheinland auf der Galopprennbahn in Neuss statt und wird mit dem Kunstprojekt „Kunst trifft LandFrau“ und dem Tag der LandFrauen am 9.5.26 auch von den LandFrauen mitgestaltet und besonders gefeiert.
Ein besonderer Höhepunkt in 2026 wird außerdem der Deutsche LandFrauentag sein, der am 30.6.26 in der Grugahalle in Essen mit bis zu 5000 LandFrauen gefeiert und vom dlv mit Unterstützung des RhLV organisiert wird.
(Text Indra Torres)

