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Bienenkampagne der Rheinischen LandFrauen eröffnet

"Wir wollen Bienen schützen und fördern" - so lautet das Motto der Bienenkampagne des Rheinischen LandFrauenverbandes, die anlässlich des 70-jährigen Verbandsjubiläum am 9. Juni in Kempen offiziell eröffnet wurde. Es hatte eine ganz besondere Bewandtnis, die Kampagneneröffnung mit dem Landfrauen-Jubiläum zu verbinden:

Elisabeth Böhm hatte schon vor 120 Jahren die Idee, dass LandFrauen in die Direktvermarktung einsteigen und gemeinsam  Produkte aus Hof und Garten verkaufen, um ihr eigenes Geld zu verdienen. Die Frauen schlossen sich zusammen, unterstützten sich gegenseitig bei der Vermarktung und versahen ihre Produkte mit einem gemeinsamen Qualitätssiegel, der Biene. Denn Honig gehörte damals zu den wichtigsten Verkaufsprodukten.

So entstand die LandFrauenbewegung - der Vorgänger unseres LandFrauenverbandes - und bis heute ist die Biene das Verbandssymbol von rund 500.000 Landfrauen in Deutschland.

Die Idee zur Bienenkampagne und unsere Ziele

Die Landfrauen-Imkergruppe bei einem ihrer Arbeitstreffen


Die Biene ist unser Verbandssymbol und uns verbindet die gleiche Philosophie:
• LandFrauen und Bienen haben ein gut organisiertes Netzwerk.
• Sowohl LandFrauen als auch Bienen lernen voneinander und miteinander und
• wir stehen beide für Gemeinsinn, Einsatzfreude und soziales Engagement.

So haben wir beschlossen, uns diesen spannenden Tieren intensiver zu widmen. Wir haben einen Aufruf gestartet und LandFrauen gesucht, die Imkerinnen sind und / oder sich sehr gut mit Bienen auskennen.
Unser Vorhaben wurde noch dadurch bestärkt, dass in der letzten Zeit das Thema Insekten- und Bienensterben vielfach von den Medien aufgegriffen und die Landwirtschaft meist als Hauptverursacher des Bienensterbens dargestellt wurde.

Daraufhin haben wir gemeinsam mit unseren Imker-LandFrauen die Ziele festgelegt, die wir mit unserer Bienenkampagne erreichen wollen:

• Wir wollen sowohl Honig- als auch Wildbienen schützen und fördern
• Wir wollen erreichen, dass möglichst viele Verbraucherinnen und Verbraucher erfahren, dass die 1977 eingeschleppte Varroamilbe die Hauptursache für das Bienensterben ist. Sie sollen auch wissen, dass Landwirte, Gärtner und Imker aufeinander angewiesen sind und daher alle am Bienenschutz interessiert sind.
• Landwirtschaft und Gartenbau brauchen die Bienen insbesondere für den Obst- und Ge-müsebau. Gleichzeitig sind sie auf den Pflanzenschutz angewiesen. Unser Ziel im Be-rufsstand muss es sein, hier die bestmögliche Balance hinzubekommen.
• Uns ist es wichtig, auch die Hobbygärtner einzubeziehen. Deshalb wollen wir diese dar-über informieren, wie man im eigenen Garten zum Bienenschutz beitragen kann.
• Unser war Ziel es, den ersten offiziellen LandFrauenhonig anzubieten. Dieses Ziel haben wir zumindest schon im Kleinen erreicht.

 

 

 

Was haben wir bis heute bereits umgesetzt?

Unsere Bienenkampagne möchten wir von der Landesebene bis in die Ortsebene tragen. Um unsere Vorsitzenden für das Thema Bienen zu begeistern, hat unsere Bienenexpertin und Apitherapieberaterin Angelika Loock zwei Vorträge vorgestellt:
„Die Biene – Wunderwerk der Natur“ und einen weiteren zu Bienenprodukten wie Propolis, Bienenwachs, Pollen, Gelee Royal und Stockluft. Diese Vorträge können von unseren Kreis- und Bezirksverbänden gebucht werden.

Für einen Bienen-Infostand wurden drei Rollups zum Thema „Bienen“ erstellt (siehe Abbildungen), um mit Verbraucherinnen und Verbrauchern ins Gespräch zu kommen. Darin enthalten ist auch ein Bienen-Quiz. Die Fragen sind nicht leicht zu beantworten, deswegen sollte immer eine Imkerin als Fachexpertin mit am Stand sein. Aber gerade weil es so schwer ist, kommen wir gut mit Besuchern ins Gespräch. Mit Hilfe von Becherlupen zeigen wir den Unterschied zwischen Bienen, Hummeln und Wespen und zeigen auch Bienen mit Varroabefall.

Wir verteilen am Info-Stand auch Samentüten mit Bienenfutter, das z. B. im eigenen Garten ausgesät werden kann und geben Auskunft darüber, auf welche Pflanzen die Bienen besonders fliegen und wie man auch Wildbienen im Garten ein Zuhause geben kann.

Parallel zur Verbraucherinformation arbeiten wir derzeit daran, die Hobby-Imkerei im Rheinischen LandFrauenverband zu fördern. Zum einen, um die Zahl der Bienen und zum anderen, um die Zahl unserer Bienenexpertinnen zu erhöhen. Dazu haben wir drei ganztägige Imkerschnupperkurse angeboten: einen in Eigenregie hier in Kempen und zwei weitere in Kooperation mit den örtlichen Imkerverbänden in Wipperfürth und Bochum.
Insgesamt haben rund 50 LandFrauen daran teilgenommen. Referentin war Dr. Pia Aumeier von der Ruhruniversität in Bochum, die es hervorragend verstand, die Teilnehmerinnen für die Imkerei zu begeistern. Im Rahmen ihres Seminars bedauerte sie es, dass viele Imker immer wieder nur die Landwirtschaft dafür verantwortlich machen, dass ihre Bienen sterben.

 
 

Was ist für die beiden nächsten Jahre geplant?

Unsere Bienenkampagne ist zunächst bis zur Landesgartenschau 2020 in Kamp-Lintfort geplant.

Unser Ziel ist es, dass unsere LandFrauen Veranstaltungen und Märkte nutzen, um mit einem Infostand über das Thema Bienen zu informieren:
o Was kann man im eigenen Garten für den Bienenschutz tun?
o Welche Blumen / Pflanzen sind für Bienen besonders interessant?
o Was sind die Ursachen für das Bienensterben?
o Was tun Landwirtschaft und Gartenbau für den Bienenschutz?

Wir wollen jedoch nicht nur Verbraucherinformation betreiben, sondern innerhalb unseres Berufsstandes die Kooperation zwischen Landwirten, Gärtnern und Imkern fördern. Denn wir sind überzeugt, dass wir dadurch das Verständnis füreinander stärken und auch noch Vieles voneinander lernen können.
Deshalb wollen wir Treffen initiieren mit Landwirten, Gärtnern und Imkern, damit
• Landwirte und Gärtner „ihre“ Imker in Hof- und Feldnähe persönlich kennen,
• Imker rechtzeitig über notwendige Pflanzenschutzmaßnahmen informiert werden können,
• ein regelmäßiger Austausch stattfinden kann und
• gemeinsam der beste Zeitpunkt für Bienenstöcke am Feldrand, z. B. am Rapsfeld, gefunden werden kann; denn davon profitieren beide: der Landwirt erreicht eine höhere Bestäubungsrate und der Imker bekommt den wertvolleren Rapshonig.

Hier gibt es weitere Informationen dazu, was Landwirtschaft und Gartenbau für den Bienenschutz tun

Vielleicht bieten sich auch im Dorf noch Möglichkeiten zum Bienenschutz, zum Beispiel auf sogenannten Eh-da-Flächen. Hier könnte Bienenfutter ausgesät werden, das dann aber auch zur Blüte kommen muss und nicht vorher gemäht werden darf.
Eine solche Fläche im Dorf könnte zum Beispiel von den LandFrauen gepflegt werden.

Der Abschluss unserer Kampagne wird ein Aktionswochenende zum Thema „Bienen“ auf der Landesgartenschau in Kamp-Lintfort sein.

 

 

 

Weitere Informationen für Bienen-Fans

Wir haben für Bienen-Fans einige interessante Links zusammengestellt:

Apis e. V. - Verein zur Förderung der Bienenkunde der Landwirtschaftskammer NRW
Hier finden Sie Informationen u. a. zu Lehrgängen, Beratung, Bienenschutz und Bienengesundheit

immelieb.de - einfach imkern
Hier erfahren Sie alles über die Hobbyimkerei von Dr. Pia Aumeier und Dr. Gerhard Liebig

Sie möchten Kontakt aufnehmen zu Ihrem örtlichen Imkerverein?
Hier geht es zum Imkerverband Rheinland

Sie möchten wissen, auf welche Pflanzen Bienen besonders stehen bzw. fliegen?
Im Pflanzenlexikon des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft
"Bienenfreundliche Pflanzen für Balkon und Garten" finden Sie über 130 bienenfreundliche Pflanzen mit ihren unterschiedlichen Merkmalen wie Blütenfarbe, Blühzeit oder den besten Standort für die Pflanzen.

"Deutschland summt" - eine Initiative der Stiftung Mensch und Umwelt
Hier finden Sie eine Ratgeber-Broschüre zum Bienenschutz im eigenen Garten.

 

 

 
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