LandFrauen-Einblicke ins politische Berlin

Neun LandFrauen des Kreisverbandes Viersen reisten auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Dr. Martin Plum im Mai für vier Tage nach Berlin. Sie gehörten damit zu knapp 50 Interessierten aus der Region, die an der politischen Informationsfahrt teilnahmen, um Bundespolitik unmittelbar erleben zu können.

Nach der erstaunlich pünktlichen Bahnreise ging es direkt ins politische Herz der Hauptstadt: Stiller Besuch des Holocaust-Denkmals bzw. Stelenfelds, entlang des Teilungssymbols Brandenburger Tor und weiter bis zum Reichstagsgebäude. Auf der Besuchertribüne im (sitzungsfreien) Plenarsaal samt Erläuterungen schien die „große Politik“ zum Greifen nah. Und das war sie tatsächlich, ging es doch anschließend in den persönlichen Austausch mit Dr. Plum, der für die CDU/CSU-Fraktion unter anderem für Bürokratierückbau sowie Vereinsrecht und Ehrenamt im Einsatz ist. Dabei zeigte er auch auf, wie stark sich die politische Arbeit im Bundesparlament von der vor Ort im Wahlkreis Viersen unterscheidet. Mit dem Besuch der legendären Kuppel des Reichstags samt weitem Ausblick fühlte sich die Gruppe vollends in Berlin angekommen.

Der zweite Tag begann mit der Fahrt zur ehemaligen Stasi-Untersuchungshaftanstalt Hohenschönhausen, damals großräumig abgeriegelter Sperrbezirk, im Osten der Stadt. Zeitzeugen, also frühere Insassen, führten durch die beklemmenden Räumlichkeiten und erläuterten die psychologischen Zersetzungsmethoden der Stasi. Und so war es gut zu sehen – und das während der gesamten Reisezeit – wie viele Schulklassen bzw. Jugendliche diese und andere Gedenkstätten kennenlernten. Die anschließende Stadtrundfahrt bot eine unterhaltsame Mischung aus Politik & Geschichte samt Hauptstadtflair - plötzliche Straßensperrungen durch den Konvoi eines Staatsgastes inklusive. Es folgte der Besuch des erst 2010 eröffneten Dokumentationszentrums Topographie des Terrors, das die Vermittlung historischer Kenntnisse über den NS-Terror und seine Folgen nach 1945 zur Aufgabe hat. Die Ausstellung zeigt Ernst und Ausmaß der Themen anschaulich und vielseitig, was genauso für das neue Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung am nächsten Tag gilt. Fotos und vor allen Dingen Exponate aller Art machen den Zugang zu den schweren Themen möglich, was wiederum besonders im Hinblick auf die junge Generation zielführend sein dürfte.

Etwas individuelle Zeit im und um das neue Humboldt-Forum herum (im Volksmund „Nachbau früheres Stadtschloss“) war nun willkommen, um sich über die vielen Eindrücke auszutauschen. Danach ging es in den Westen der Stadt: Zum Alliierten-Museum, das die Geschichte der Westmächte in Berlin vom Einmarsch 1945 bis zum Abschied 1994 zeigt. Beim abschließenden Abendessen nahm Dr. Plum sich erneut Zeit für „seine“ Reisegruppe und ging für individuelle Gespräche von Tisch zu Tisch.

Organisiert und bestens begleitet wurde die politische Informationsfahrt durch den Besucherdienst des Bundespresseamts, das im Auftrag von Abgeordneten Bürgerinnen und Bürgern aus dem gesamten Bundesgebiet Einblicke ins politische Berlin ermöglicht. Die ausgewählten Ziele rufen klar zu einer Auseinandersetzung mit dem Thema Demokratie auf und mahnen deutlich an, welche Folgen ihr Verlust in der Vergangenheit bedeutet hat. Das setzte sich auch am Rückreisetag beim Besuch der umfangreichen Gedenkstätte Berliner Mauer fort, bevor es mit dem Zug zurück ins Rheinland ging.

Maria Nacke-Pollmann

 

C: Fotorecht_Bundesregierung StadtLandMensch-Fotografie
C: M. Nacke-Pollmann Auf Einladung von Dr. Martin Plum MdB (Bildmitte) lernten LandFrauen des Kreisverbandes Viersen Abläufe zur Bundespolitik aus erster Hand kennen – sehr passend auch zum aktuellen Leitthema „Frauenparität“. Das Rheinische LandFrauentuch kam auch in Berlin bestens zur Geltung.
C: M. Nacke-Pollmann Am Brandenburger Tor stehen zu können, ist Immer wieder erhebend
C: M. Nacke-Pollmann Mit einer Einladung zum Deutschen LandFrauentag in Essen bedankten sich die LandFrauen bei Dr. Martin Plum als auch bei Wahlkreisbüroleiter Dr. Martin Braun, der die Gruppe bestens begleitete.
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