Rhein-Ruhr-Wupper

Aus dem Verbandsleben

LandFrauen besuchen die Zeche Zollverein

Am 22.04. war es soweit: Eine Gruppe von 30 Landfrauen (und –männern) besuchte die Zeche Zollverein in Essen.

Unter fachkundiger Führung von ehemaligen Bergleuten ging es zunächst auf das Dach der ehemaligen Kohlenwäsche. Von dort hat man einen überwältigenden Blick über das gesamte ehemalige Zechengelände und weite Teile des Ruhrgebietes.

Auf dem nachfolgenden Rundgang erzählten die beiden Bergmänner vieles über die Geschichte der Zeche und das Leben der Bergleute. Zwischen 1851 und 1986 wurde hier Kohle gefördert und in den benachbarten Kokereien weiterverarbeitet. In den Stadtteilen Katernberg, Stoppenberg und Schonnebeck wurden insgesamt fünf Schachtanlagen errichtet, von denen die Schachtanlage XII als die schönste und leistungsstärkste ihrer Zeit galt. Der erste Besitzer des Bergwerkes, Franz Haniel, ist für den Namen „Zollverein“ verantwortlich, weil er damit die im Jahre 1834 in Kraft getretene Freihandelszone aus 14 deutschen Staaten würdigte. Von einer Förderung von 1000 Tonnen pro Monat im Jahr 1851 stieg die Fördermenge auf 12000 Tonnen pro Tag im Jahr 1932.  

Als 1958 das große Zechensterben begann, wurde die Zeche nochmals modernisiert und mechanisiert. 1974 erfolgte der Zusammenschluss mit dem Bergwerk Holland in Wattenscheid und 1983 mit Nordstern in Gelsenkirchen. Mittlerweile musste die Kohle auf Zollverein aus mehr als 1000 Meter Tiefe gefördert werden  und war zur Verkokung nicht so gut geeignet wie die der anderen Bergwerke. Deshalb endet 1986, am 23. Dezember der Betrieb der letzten Essener Zeche.  

Seit 2001 zählen die Schachtanlagen XII und 1/2/8 sowie die Kokerei Zollverein zum UNESCO-Weltkulturerbe.   Heute führen Fahrradwege über das Gelände, es gibt Führungen durch die Kohlenwäsche und Kokerei, es finden Ausstellungen und Konzerte statt und man kann einzelne Gebäude für verschiedene Events mieten.   Dieser geschichtliche Streifzug wurde von unseren Führern aufgelockert durch Geschichten aus dem Alltag und kleinen Filmen, die die Arbeitsweise der Maschinen (und die teilweise sehr hohe Lärmbelastung der Bergleute) deutlich machten.   Es war eine sehr interessante Reise in die Vergangenheit der Kohleförderung, die wir jedem nur empfehlen können.

 
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