„Die Natur im Wandel“
Zum Frühjahrsfrühstück am 17.03.2026 der Landfrauen Jüchen kam Waldpädagoge Willi Bausch-Weis und hielt einen Vortrag zum Thema „Die Natur im Wandel“. Bereits im Januar 2020 hielt er einen Vortrag zum Thema „Faszination Wald“. Mit seinem Referat gab uns Herr Bausch-Weis einenÜberblick darüber, wie sich die Natur von 2020 bis 2025 verändert hat und welchen Einfluss diesMenschen und Tiere hat.
Besonderes Augenmerk wurde auf die Temperaturentwicklung gelegt und wie sie sich in den vergangenen fünf Jahren verändert hat. An Hand eines Baumscheibenmodells einer 141-jährigen Eiche konnte durch das Aufzeigen der Jahresringe in blauer Farbe (Kaltzeit) und roter Farbe (Heißzeit) die Temperaturentwicklung seit der ersten Wetteraufzeichnung 1881 aufgezeigt werden.
Die Natur steht vor gewaltigen Herausforderungen. Der Klimawandel mit zunehmenden Trockenphasen und Schädlingen verändert das Ökosystem. Anhand von Bildern über die Trockenheit in der Land- und Forstwirtschaft bekam man einen Einblick über die derzeitige Situation in verschiedenen Regionen. Eine weitere Belastung für die Umwelt ist der weltweite Ressourcenverbrauch, der die Regenerationsfähigkeit der Erde bei weitem übersteigt. Deutschland hatte seine natürlichen Ressourcen für das Jahr 2025 bereits Anfang Mai rechnerisch aufgebraucht. Ab diesem sogenannten „deutschen Überlastungstag“ lebte die BRD bis zum Jahresende auf Pump. Obwohl Forschung, Entwicklung und Erfahrungen noch nie so hoch waren wie derzeit, ist die Naturentfremdung bei allen Altersgruppen sehr hoch.
Wie gehen wir für die Zukunft damit um, wie sensibilisieren wir vor allem Kinder und Jugendliche zu diesem Thema? Herr Bausch-Weis hat sich auf die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) spezialisiert und in Zusammenarbeit mit dem Forstamt Lahnstein geht er in Kindergärten und Schulen. Über die Bildung nachhaltiger Entwicklung sollen die Kinder sowie Jugendlichen befähigt werden, zukunftsfähig zu denken und zu handeln. Weitere Schwerpunkte sind:
Sachkompetenz (Zusammenhänge verstehen)
Selbstkompetenz (das Leben eigenverantwortlich regeln & Selbstvertrauen aufbauen)
Methodenkompetenz (Arbeitstechniken & Verfahrensanweisungen selbständig und zielgerichtet anwenden)
Sozialkompetenz (Teamfähigkeit, Empathie & Kommunikation)
Herr Bausch-Weis zeigte uns Beispiele von außerschulischen Lernorten, z.B. den Kur- und Heilwald für Kinder mit Waldklassenzimmer in Lahnstein oder die Bildungswerkstatt Thun CH mit dem Schwerpunkt Praxiseinsätze im Bergwald. Hier können Kinder und Jugendliche praxisnahe Erfahrungen in der Natur machen, sowie theoretische Lerninhalte greif- und erlebbar machen. Das Verstehen der Gegenwärtigkeit ist ein wesentliches Element der Achtsamkeit und ist ein
Geschenk in der Kinderzeit, die wir bis ins hohe Alter erhalten müssen, so Herr Bausch-Weis. In seinem Vortrag betonte er noch einmal wie wichtig es ist, nachhaltig zu wirtschaften, damit zukünftige Generationen mit den vorhandenen Ressourcen leben können. Denn unser Lebensstil und unsere Art zu wirtschaften haben unmittelbare Folgen für uns und andere Generationen. Der Vortrag endete mit einem Zitat von Albert Schweizer: „Wir Menschen leben in einem gefährlichen Zeitalter. Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen.“
Marie-Luise Müschen

