Neuss-Mönchengladbach

Aus dem Verbandsleben

(OV Jüchen 28.01.2020) Themenfrühstück „Faszination Wald – Der Wald im Wandel des Klimas“

Der Waldpädagoge Herr Willi Bausch-Weis, tätig im Forstamt Lahnstein und Gruppenleiter in der Stiftung Bildungswerkstatt Thun in der Schweiz. Das Konzept der Waldpädagogik ist die Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Kinder- und Jugendarbeit.

Der Grundsatz ist „ein Lebenslernen in der ganzheitlichen Waldpädagogik.“ Ziel ist es, der zunehmenden Naturentfremdung entgegenzuwirken. Herr Bausch-Weis: „Viele Kinder und Jugendliche aus urbanen, naturfernen Räumen, haben kaum mehr eine Beziehung zu unseren Lebensgrundlagen, weder zu unserer Nahrung und deren Herkunft noch zu unserer Atemluft, zu Boden oder Wasser.“ Die automatisierte „Komfort-Welt“ führt oftmals dazu, dass viele Kinder und Jugendliche kaum mehr lebenspraktische Tätigkeiten ausführen. Dadurch fehlt es ihnen meist an praktischer Intelligenz und Geschicklichkeit. Ein ureigenes Anliegen der Waldpädagogik ist eine nachhaltigere Bewirtschaftung der Ressource Wald. „Nach dem Motto `handeln, erleben, verstehen´ setzen wir Bildung für nachhaltige Entwicklung im Rahmen des Konzeptes ´Lebenslernen´ ganzheitlich (mit Kopf, Herz und Hand) um“, so Herr Bausch-Weis. Auch der Klimawandel als Thema, das jeden betrifft, bezog er mit ein: „Klimawandel heißt ´Waldwandel´. Wenn es einen weiteren derart trockenen Sommer wie die letzten beiden gibt, hat dies kolossale negative Auswirkungen für den Wald und die Landwirtschaft.“ Herr Bausch-Weis erklärte, welche Baumarten trotz der Erderwärmung überleben könnten und nannte als Beispiele die Kiefer und Eiche. Die Fichte wird in ca. 80 Jahren nicht mehr wachsen können. Der Borkenkäfer spielt dabei auch eine wesentliche Rolle: „Nicht nur die Erderwärmung setzt der Natur zu, wir erleben eine regelrechte Borkenkäfer-Katastrophe.“ Auch in NRW ist eine Massenvermehrung des Fichtenborkenkäfers zu verzeichnen, denn die Bäume sind durch die Trockenheit weniger widerstandsfähig. Mit seiner Präsentation und den Bildmaterialien brachte Herr Bausch-Weis uns den Wald in all seinen Wundern, Facetten und Problemen ein kleines Stück näher. Dafür danken wir ihm sehr.

 
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