Kannenbäckerland – der Westerwald hat viel mehr zu bieten als nur Bäume
Der Keramik-Markt in Höhr-Grenzhausen war der Beginn einer eindrucksvollen Reise der Landfrauen des Bezirksverbands Kleve. Hier wurde die Vielfalt der Keramik gezeigt und angeboten. In der westlichen Region des Westerwaldes, dem Kannenbäckerland liegt die Tradition der Tongewinnung, -bearbeitung und -verarbeitung. Hergestellte Tonkrüge (Kannen), die im Ofen gebacken wurden, gaben dieser Region den Namen.
Ein Besuch in Koblenz gehörte auch zur Reise. Gästeführer zeigten die imposante geschichtliche Entwicklung der Stadt bei einem Rundgang bis zum Deutschen-Eck auf. Im nahe gelegenen Weingut Göhlen erlebten die Frauen eine Führung besonderer Art. Klein aber fein zeigte sich dieser Weinkeller bei Kerzenschein.
Am dritten Tag stand der südliche Westerwald auf der Reiseplanung mit dem Tonbergbau-Museum in Sierhahn, gegründet von engagierten Mitstreitern, die das Wissen um die Entstehung, Bedeutung des Tonbergbaus erhalten und weitergeben möchten. In einer Präsentation wurde die geologische Seite vorgestellt, gefolgt von einer Führung zur Verdeutlichung der Herstellung des Tons und seiner Verarbeitung zu einer sehr breiten Produktpalette. Mit diesem Grundlagen-Wissen zum bedeutenden Gewerbe im Westerwald war die Neugierde geweckt an weiteren Reisestationen Neues zu erfahren. Wissenswertes erfuhren wir in Montabaur zum gelb thronenden Schloss, dem Sozialreformer Friedrich Wilhelm Raiffeisen, dem prächtigen Rathaus und einer Einkehr in St. Peter in Ketten. In der heutigen Kreisstadt des Westerwaldes erinnern heute Schuhskulpturen „Mon-Stilettos“ an das vergangene Schuhhandwerk. Vorbei am „Westerwälder Dom“ in Wirges ging es zum farbenfrohen Rosengarten in Hadamar. Dieser präsentierte sich zur optimalen Besichtigungszeit Mitte Juni in voller Blütenpracht.
Schöne Landschaften mit mehr Waldflächen prägen den nördlichen Westerwald auf dem Weg zur Zisterzienser Abtei Marienstatt in Streithausen. In diese große Klosteranlage mit päpstlicher Basilika leben und wirken hier Pater und Frater. Das nahe gelegene Landschaftsmuseum konnten die Landfrauen auf eigene Faust erkunden, hierzu wurden die Informationen an und in den dort aufgebauten Häusern mit Stallungen genutzt. Beeindruckend ist an diesen kleinen Gebäuden die unterschiedliche Bauweise. Auf der 34 m hohen Plattform des Aussichtsturms an der Alpenroder Hütte gab es bei sonnigem Wetter in einer Höhe von 513 m einen weitreichenden Ausblick bis zum Siebengebirge und Richtung Niederrhein.
Höhepunkt des Tages bildete ein Besuch bei Höchsttemperaturen auf Burg Greifenstein. Der Aufstieg zur Höhenburg war zwar beschwerlich, aber die Führungen machte dies wett. Die Glockenwelt auf Burg Greifenstein umfasst über 100 Glocken verschiedener Epochen und Größen, ein Jahrtausend Glockengeschichte. Hintergrundinformationen zur Veränderung der Form und Bauweise verdeutlicht die besondere Kunst des Glockengießens. Durch geheimnisvolle Kasematten gelangten wir zur gotischen Burgkapelle, der Unterkirche. Darüber gelegen ist die prunkvolle Barockkirche, die heute als Gemeindekirche dient.
Die Stadt Weilburg präsentiert sich als barocke Residenzstadt an der Lahn. In einem Teil des Schlosses ist das Hotel untergebracht mit zum Teil wunderbarem Ausblick auf den dahin rauschenden Lahnbogen. Die Einfahrt in die schmucke Altstadt erlangt man durch den Torbogen. Überdimensionierte Instrumente weisen auf die Konzerte in der Schlosskirche oder dem Innenhof hin. Auch der Schlossgarten mit den 250 Jahre alten Blutbuchen, den Lindengärten und dem Terrassengarten laden zum Verweilen ein.
Im Westerwald haben die Landfrauen eine Vielzahl an Besonderheiten kennengelernt und werden das Kannenbäckerland mit der Leidenschaft für Keramik und dem Handwerk.

